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Projekt „Deutschland spricht“: Blinde, die andere führen wollen

Am 23. September sollen zehntausende Menschen in Deutschland, die eine unterschiedliche Meinung zu einem bestimmten Thema haben, miteinander diskutieren. So will es zumindest eine Aktion, hinter der neben dem Bundespräsidenten zahlreiche große Medienhäuser stehen. Das Ziel: Bürger aus ihren „Filterblasen“ rausholen. Ein Stück Realsatire kommt zum Vorschein, wie es irrsinniger kaum sein könnte. Medien, die über viele Jahre das Meinungsspektrum in der öffentlichen Debatte auf den Durchmesser eines Strohhalms verengt haben, inszenieren sich nun als Initiatoren und Moderatoren eines großen Bürgerdialoges. Akteure, die sich selbst in einer für die Demokratie schlimmsten Filterblase unserer Gesellschaft bewegen – der Filterblase „Mainstream“ – zeigen auf die angebliche Filterblase bei den anderen. Von  Marcus Klöckner . Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar. Audio-Player 00:00 00:00 Podcast:  Play in new window  |  Download Die...

Nach 5 Jahren: USA in Syrien wieder am Rande eines Krieges gegen Russland

Was Syrien betrifft, erlebt man zur Zeit ein Déjà-vu, die USA stehen vor einer Konfrontation mit Russland und Donald Trump vor seiner wichtigsten Entscheidung als Präsident,  kommentiert  Ray McGovern .  Josefa Zimmermann  hat den Text für die NachDenkSeiten ins Deutsche übertragen. Am 11. September 2013 kam die New York Times dem Wunsch des russischen Präsidenten Wladimir Putin nach, „direkt zum amerikanischen Volk und seinen politischen Führern zu sprechen” über „die jüngsten Ereignisse rund um Syrien”. Putins Artikel in der Times erschien unter dem Titel: „A plea for Caution from Russia“ [Russland mahnt zur Vorsicht]. Darin warnte er, dass ein „Militärschlag der USA gegen Syrien unschuldige Opfer und eine Eskalation zur Folge haben wird und möglicherweise zu einer Ausdehnung des Konfliktes weit über die Grenzen Syriens hinaus führt … und eine neue Welle des Terrorismus entfesseln könnte. … Er könnte das gesamte internationale System von Recht und Ordnung aus...

Eine schrecklich schweigsame Familie: Die Kirchen sollten jetzt massiv zurückgedrängt werden

Eine neue Studie belegt schockierende Ausmaße des Kindesmissbrauchs in der katholischen Kirche. Man sollte das Empörungspotenzial der Untersuchung nutzen, um ganz allgemein den gesellschaftlichen Einfluss der Kirchen massiv zurückzudrängen – weit über das Thema Missbrauch hinaus. Von  Tobias Riegel . Eine neue Studie zu Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche eröffnet Blicke in Abgründe. Doch es sind nicht nur die menschlich-moralischen Abgründe, die sich auftun, sondern gleichzeitig die politisch-gesellschaftlichen: Die von der deutschen Bischofskonferenz initiierte und  der „Zeit“ vorliegende Studie  verdeutlicht durch ihre zweifelhafte Machart und die Ergebnisse einmal mehr die bekannte Existenz einer mächtigen, verschwiegenen und abgehobenen Parallelgesellschaft. Diese nicht demokratisch legitimierte Parallelgesellschaft Kirche schützt nicht nur die sexuellen Obsessionen von Teilen ihres Personals. Sie nutzt zudem ihren starken gesellschaftlichen Einfluss und...

Die „New York Times“ als Jago – Wie man durch das Säen von Misstrauen Friedensbemühungen untergräbt

Als „Teil des stillen Widerstands innerhalb der Trump-Regierung“ hat sich ein  anonymer Autor  in der US-Tageszeitung „New York Times“  bezeichnet . Der Kommentar sei ein Meisterwerk betrügerischer Irreführung, sagt die US-Journalistin Diana Johnstone, die diesen Artikel analysiert hat, der beispielhaft ist für eine auf namenlosen Quellen beruhende Kampagne. Johnstones Text wurde übersetzt von  Gabriele Herb , er ist bei  Paul Craig Roberts  erschienen. Von  Diana Johnstone . Bei der Produktion von Fake-News übertrifft die „New York Times“ sich wieder einmal selbst. Es gibt keine zuverlässigere Quelle für Fake-News als die Geheimdienste, die ihre Lieblingsmedien – die „New York Times” und die „Washington Post“ – regelmäßig mit Sensationsstorys versorgen, die so unverifizierbar sind wie ihre Quellen anonym. Ein Musterbeispiel dafür war der Bericht vom 24. August, der besagte, die US-amerikanischen Geheimdienste wüssten nichts über die Pläne Russlan...

Linkspopulismus als progressive politische Strategie der Zukunft

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Die NachDenkSeiten haben die inflationäre und abwertende Verwendung des Begriffs „Populismus“ schon immer  sehr kritisch begleitet . Bereits vor zwei Jahren schlug Albrecht Müller vor, den Begriff aus unserem Sprachgebrauch  zu streichen , da er vor allem der Diffamierung und im Umkehrschluss der Reinwaschung der Diffamierenden diene. Einen anderen Weg schlägt nun die belgische Politikwissenschaftlerin  Chantal Mouffe  in einem  Gastartikel für den Guardian  vor. Mouffe will den Begriff positiv besetzen und sieht in einem radikalen Linkspopulismus nicht nur die einzige Chance, um dem grassierenden Rechtspopulismus etwas entgegenzusetzen, sondern auch den besten Weg, die Demokratie wieder zurückzugewinnen.  Jens Berger  hat den Guardian-Artikel für die NachDenkSeiten übersetzt. Beachten Sie bitte auch das sehr lesenswerte Interview, das Chantal Mouffe der Schweizer „Republik“ gegeben hat und das wir bereits heute morgen  in unseren Hinw...

Der elfte September. – Wir sitzen auf einem Pulverfass und die Verantwortlichen sind unberechenbar wie noch nie.

Marco Wenzel  – thailändischer Mitarbeiter der NachDenkSeiten – hat zusammengetragen, was sich alles schon an einem Tag wie heute, am 11. September, ereignet hat. Hier sein interessanter Rückblick.  Albrecht Müller . Teil 1: Chile Der 11. September 1973 war ein Dienstag. An diesem Dienstagmorgen, dem Morgen des letzten Tages in seinem Leben, war Präsident Allende von einem Telefonanruf geweckt worden. Verrat lag in der Luft. Die Putschisten bewegten sich auf die Hauptstadt zu. Allende begab sich sofort zu seinem Amtssitz, um die Gefahr abzuwehren. Gegen acht Uhr morgens melden sich die Putschgeneräle zum ersten Mal öffentlich über einen Radiosender. Sie fordern Salvador Allende, den Präsidenten Chiles und Hoffnungsträger der Armen, auf, sich zu ergeben. Ein Flugzeug stünde für ihn bereit, das Land zu verlassen. Allende lehnte ab. Er wolle keinen Verrat begehen wie seine Generäle, so seine Antwort. Er würde kämpfen. Daraufhin fuhren Panzer vor dem Amtssitz des Präsidente...